Norwegen ist das Eldorado der vollelektrischen und autonomen Schifffahrt: Erst im April hat die Yara Birkeland ihren Betrieb aufgenommen, als weltweit erstes elektrisches und selbstfahrendes Containerschiff. Aktuell noch mit Kapitän, aber schon im regulären Logistikauftrag – für den Düngemittelhersteller Yara AS. Das Schiff, das künftig vollautomatisiert zwischen Porsgrunn und dem Hafen von Brevik verkehrt, ersetzt jährlich 40.000 Lkw-Fahrten.
Einen ähnlichen Plan verfolgt nun der norwegische Möbelhersteller Ekornes – zum Konzern gehören bekanntlich auch die Marken Stressless, Svane und IMG – für Kurzstreckenfahrten auf dem Wasser. Der größte Möbelhersteller Norwegens hat gemeinsam mit DB Schenker und weiteren Partnern den Bau eines vollelektrischen und autonomen Container-Feeders vereinbart. Ab 2024 soll es schon losgehen. Und Ekornes gönnt sich da schon ein feines Stückchen Technologie, um seinen Nachhaltigkeitszielen noch näher zu kommen.
Das NDS AutoBarge 250 (Schiffsdesign: Naval Dynamics) wurde mit den Firmen Kongsberg Maritime und Massterly entwickelt. Das Schiff soll zwischen Ikornnes – dem eigenen Hafen des Möbelherstellers Ekornes – und dem Hafen von Ålesund zum Einsatz kommen. Die AutoBarge 250 wird die 43 km lange Strecke mit einer Geschwindigkeit von 7,7 Knoten innerhalb von drei Stunden zurücklegen. Das 50 m lange Schiff hat eine Nutzladung von 300 t und arbeitet im autonomen Null-Emissions-Betrieb. Die bidirektionale Datenkommunikationslösung soll laut Ankündigung „einen Meilenstein in der Entwicklung der Seefracht“ darstellen.
Ekornes-CEO Roger Lunde: „Wir arbeiten kontinuierlich an unserem Ziel, der weltweit führende nachhaltige Hersteller von Premium-Möbeln zu werden. Mit diesem wegweisenden Projekt werden wir unsere Nachhaltigkeitsziele erreichen, indem wir die innovativste verfügbare Technologie einsetzen. Die Verwendung des autonomen elektrischen Container-Feeders für die direkte Abholung unserer Stressless-Produkte von unserem eigenen Kai in Ikornnes bedeutet, dass unser gesamter CO2-Fußabdruck erheblich reduziert wird. Außerdem gewinnen wir eine bessere Kontrolle und Flexibilität unserer eigenen Logistik.“